Das EMST150

Das EMST150 bewirkt als einziger kalibrierter Ausatemtrainer ein isometrisches Training der exspiratorischen Muskulatur, inklusive der "suprahyoidalen" Muskeln, die auch am Schluckakt beteiligt sind. In mehreren klinischen Studien konnte eine verbesserte Kinetik der suprahyoidalen Muskulatur in verschiedenen Indikationen und Krankheitsentitäten beobachtet werden, häufig in Kombination mit verbesserter Schluckfunktion. Damit ist es ideal für alle Menschen, die ihre Schluck- und Atemmuskulatur kräftigen und die damit verbundenen Funktionen verbessern wollen.Das Gerät ist klein, leicht zu transportieren und zu reinigen und kann auf Druckwerte zwischen 0 und 150cm H2O kalibriert werden. Damit ist es das ideale Gerät zum Training von Atemkraft, Stimme, Husten-Effizienz und Schluckfunktion. Die Kalibrierungsfunktion kann vom Therapeuten dazu genutzt werden, den Therapiefortschritt bei seinen Patienten zu monitorieren oder auf Besonderheiten bei seinen Patienten einzugehen.Anders als andere Therapiemaßnahmen benötigt das EMST150 nur eine kurze Übungsphase und Anpassung, die der Anwender im Weiteren auch jederzeit selber vornehmen kann. Das Training kann überall erfolgen: zuhause und unterwegs, in der Arbeit und im Urlaub. Die Effekte treten typischerweise schon nach vier bis fünf Wochen Training auf. Bei Bedarf kann ein weniger intensives Erhaltungstraining angeschlossen werden, die Effekte sind in jedem Fall anhaltend.

Für wen ist das EMST150 geeignet?

Für beinahe jeden! Das EMST150 eignet sich für Musiker und Sportler, die ihre sonst vom Training kaum erreichten Atemmuskeln kräftigen wollen. Daneben hat es sich in einer Vielzahl von medizinischen Situationen als hilfreich erwiesen. Scrollen Sie weiter!

Ältere Menschen

Sarkopenie (= altersbedingter Muskelabbau), Schluckstörungen und Kraftverlust führen im Alter oft in eine gefährliche Abwärtsspirale, die zu Gebrechlichkeit, Behinderung und Tod führen kann. Das EMST150 kann in dieser Situation bei älteren Menschen zu einer deutlichen Verbesserung von Ausatemkraft, Hustenfunktionsparametern (1) und verbesserter Funktion von schluckrelevanten Muskeln führen (2) und so helfen, diesen altersassoziierten Komplikationen vorzubeugen.

Referenzen

1) Kim, J., Davenport, P., & Sapienza, C. (2009). Effect of expiratory muscle strength training on elderly cough function. Archives of Gerontology and Geriatrics, 48(3), 361-366.

2) Park, J. S., Oh, D. H., & Chang, M. Y. (2017). Effect of expiratory muscle strength training on swallowing‐related muscle strength in community‐dwelling elderly individuals: a randomized controlled trial. Gerodontology, 34(1), 121-128.

M. Parkinson

Schluckstörungen bei Morbus Parkinson sind sehr häufig, klinisch relevant und werden vom Betroffenen oft nicht bemerkt. In zwei klinischen Studien konnte die Effektivität des EMST150 auf die Dysphagie bei idiopathischem M. Parkinson demonstriert werden. Eine Pilotstudie an 10 Patienten wies objektivierbare Verbesserungen in bildgebenden Parametern in der Videofluoroskopie nach (1). In einer prospektiven, placebo-kontrollierten, verblindeten Studie mit 60 Patienten wurde in der EMST150-behandelten Gruppe eine signifikante Verbesserung der Schluckfunktion erreicht, was mit einer verbesserten Motilität der suprahyoidalen Muskulatur verknüpft war (2). Wesentliche Effekte sind auch über mehrere Monate nach Ende des Trainings noch nachweisbar (3). Damit existiert für das EMST150 Evidenz der Klasse 1 in der Behandlung der Parkinson-assoziierten Dysphagie und hat Eingang in die S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN 2016) gefunden. Auch in der Leitlinie der European Society for Clinical Nutrition and Metabolism (ESPEN 2018) wird es als Übungsverfahren bei Parkinson explizit empfohlen (4).

Referenzen

1) Pitts, T., Bolser, D., Rosenbek, J., Troche, M., Okun, M. S., & Sapienza, C. (2009). Impact of expiratory muscle strength training on voluntary cough and swallow function in Parkinson disease. Chest, 135(5), 1301-1308.

2) Troche, M. S., Okun, M. S., Rosenbek, J. C., Musson, N., Fernandez, H. H., Rodriguez, R., ... & Sapienza, C. M. (2010). Aspiration and swallowing in parkinson disease and rehabilitation with EMST A randomized trial. Neurology, 75(21), 1912-1919.

3) Troche, M. S., Rosenbek, J. C., Okun, M. S., & Sapienza, C. M. (2014). Detraining outcomes with expiratory muscle strength training in Parkinson disease. Journal of rehabilitation research and development, 51(2), 305.

4) Burgos, R., Bretón, I., Cereda, E., Desport, J. C., Dziewas, R., Genton, L., ... & Poulia, K. A. (2018). ESPEN guideline clinical nutrition in neurology. Clinical Nutrition, 37(1), 354-396.

Ischämischer Schlaganfall

In einer Studie zu Patienten mit subakutem ischämischem Schlaganfall mit n=33 wurden in der EMST150-Gruppe signifikante Verbesserungen in hyolaryngealer Funktion und Schlucksicherheit für einzelne Konsistenzen gesehen, die in der Placebogruppe ausblieben (1). Aufgrund des Wirkmechanismus könnte das EMST150 besonders bei Patienten mit gestörter Anterior-Superior-Verlagerung des Hyoid-Larynx-Komplexes und/oder gestörter Öffnung des Oberen Ösophagussphinkters wirksam sein, wie es häufig beim sogenannten Wallenberg-Syndrom (Infarkt der dorsolateralen Medulla oblongata) der Fall ist (2).

Referenzen

1) Park, J. S., Oh, D. H., Chang, M. Y., & Kim, K. M. (2016). Effects of expiratory muscle strength training on oropharyngeal dysphagia in subacute stroke patients: a randomised controlled trial. Journal of oral rehabilitation, 43(5), 364-372.

2) Klinkhammer, J., Werner C. J. & Schumann, B. (2018). Wirksamkeit des Expiratory Muscle Strength Trainings (EMST) bei Dysphagie nach Hirnstamminfarkt – eine Pilotstudie. Jahrestagung der Deutschen Interdisziplinären Gesellschaft für Dysphagie, München (Vortrag).


Multiple Sklerose

Schluckfunktion und vor allem Schlucksicherheit, auch beim Speichelmanagement, verbesserten sich signifikant bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) durch Training mit dem EMST150. Damit ging eine Verbesserung in der Lebensqualität einher, was Schluckfunktion und Symptomlast angeht.

Referenzen

Silverman, E. P., Miller, S., Zhang, Y., Hoffman-Ruddy, B., Yeager, J., & Daly, J. J. (2017). Effects of expiratory muscle strength training on maximal respiratory pressure and swallow-related quality of life in individuals with multiple sclerosis. Multiple Sclerosis Journal – Experimental, Translational and Clinical, 3(2), 205521731771082.


COPD

Das Training mit dem EMST150 kann auch bei Patienten mit schwerer COPD (GOLD III-IV) zu einer deutlichen Kräftigung der Atemmuskulatur führen. Dies führte in einer placebokontrollierten Studie bei den mit EMST150 behandelten Patienten zu einer deutlichen Verbesserung und Reduktion von Symptomen wie Atemnot in Ruhe und Belastung ebenso wie zu verbesserter körperlicher Leistungsfähigkeit. Auch die Lebensqualität konnte deutlich gesteigert werden. Alle Erfolge korrelierten signifikant mit dem erreichten Zuwachs an Ausatemdruck (1).

The main finding of the present study is the significant improvement in dyspnea at rest, health-related quality of life, and timed walking distance in COPD patients following a short expiratory muscle training period. Most of these changes were proportional to the improvement in expiratory muscle strength. It should be noted that improvements in SGRQ scores and walking test distance were not only statistically significant but also should be considered clinically relevant.

Referenzen

1) Mota, S., Güell, R., Barreiro, E., Solanes, I., Ramírez-Sarmiento, A., Orozco-Levi, M., ... & Sanchis, J. (2007). Clinical outcomes of expiratory muscle training in severe COPD patients. Respiratory medicine, 101(3), 516-524.